Karate als Kampfkunst oder Kampfsport

Karate als Kampfkunst oder Kampfsport

Diese Frage stellt sich nahezu jeder Karatesportler einmal in seinem Leben.

Doch woher kommt diese Unterscheidung?

Karate hat seinen Ursprung als klassische Kriegskunst in China etwa 500 v. Chr. Damals trainierten Mönche, die keine Waffen tragen durften, basierend auf körperlichen Übungen ihre Kampflunst, um sich verteidigen zu können.

Dieser Weg (Do) führte aber auch zu einer wesentliche Schulung des Geistes und Charakters der Trainierenden. Doch dieses Training bedarf viel Zeit.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich Karate immer weiter und viele Techniken findet man auch in anderen Kampfünsten wieder, wodurch auch keine klare Abgrenzung entsteht und viele Schulen ineinander verschmelzen.

Doch der Grundgedanke war immer: Selbstverteidigung des eigenen Lebens oder von Schutzbefohlenen in extremen Situationen und der geistige Umgang mit diesen Gefahren und Konsequenzen.

Karate als Sportart ist aber sehr jung. Dies beruht darauf, dass erst im letzten Jahrundert ein System entwickelt wurde, diese Kriegskunst auch einer breiten Masse zugänglich zu machen. Denn Karate als Weg der körperlichen und geistigen Entwicklung kommt nicht nur Kriegern zugute.

Doch die Entwicklung als Sportart erforderte ein Regelwerk, um auch Wettkämpfe veranstalten zu können.

Genau hier trennt sich die Kampfkunst vom Kampfsport.

In einem Wettkampf zählt der Sieg über einen Gegner unter sportlich fairen Bedingungen unter Einsatz gelernter Techniken.

In einer Realsituation allerdings herrschen keine Regeln. Man muss mit jedem fairen oder auch unfairen Angriff rechnen. Aber man muss auch in der Lage sein, sein gesamte Repertoire aufzubieten. Sowohl körperlich, als auch geistig.

Dieses Training, auch unter widrigsten Bedingungen einen klaren Kopf zu haben, ist auch im Alltag enorm hilfreich. Denn das Leben ist auch abseits von Karate oft nicht „fair“. Da gibt es Kollegen oder Vorgesetzte, die sich nicht fair oder unmoralisch verhalten. Hier kann es hilfreich sein, wenn man geistig flexibel ist und gelernt hat, mit jeder Situation umzugehen.

Kampfsport auf der anderen Seite bringt einen starken Fokus innerhalb des jeweiligen Regelwerks und bietet vielen Sportlern, die einen Vergleich im Wettkampf suchen, vielzählige Möglichkeiten. Hier gibt es Wettkämpfe von Kumite (Kampf) oder Kata (Form).

Gerade durch die Anerkenntnis von Karate als olympischer Disziplin wird Karate sicher eine noch breitere Beliebtheit finden.

Aber Karate ist wandelbar, so wie der praktizierende Schüler. Man findet sich im Laufe seines Lebens immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert und findet im Sport oft die hilfreiche Lösung.

Das kann bedeuten, dass man eine gewisse Zeit den Fokus auf Selbstverteidigung legt, dann wieder mehr auf sportliche Wettkämpfe, dann vielleicht mehr auf die charakterliche Entwicklung. Und am Ende findet jeder für sich die persönlich richtige Mischung, Umsetzung und Anwendung. Und vielleicht erkennt so mancher, dass all die vielen Facetten Teile eines Ganzen sind….

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